Die Hammerwerke

Der 91 jährige Franz Wastian vlg. Egger ist im Tal als „Jodler“ bekannt und erzählt gerne Geschichten von früher.

Das Gitschtal besaß von alters her Eisenhammer, die durch die reichen Wasserkräfte und mit dem Holzreichtum des Tales gespeist wurden. Mitte des 17. Jahrhunderts stand es um die Eisenhammer nicht gut. Da trat ein Mann auf, der die Eisenhammer aufkaufte, wiederherstellte und zu großer Blüte brachte. Es war dies der Heinrich Johann Freiherr von Kranz.

Die Hammerwerke

Freiherr von Kranz war in Wien ein berühmter Frauenarzt gewesen. Seine Frau war früher Schauspielerin und führte in ihrem Hause ein sehr zwielichtiges Leben. Auch der Gemahl von Maria Theresia – Kaiser Franz Stephan, soll einige Male auf Besuch gewesen sein. Die sittenstrenge Kaiserin hat ihren Gemahl dabei erwischt und gleich den Freiherr von Kranz genötigt, Wien zu verlassen und sich in die ab gelegenste Gegend von Österreich zurückzuziehen. So führte Ihn das Schicksal zu uns ins Gitschtal.

Hier kaufte er die verödeten Hammerwerke und erwarb vom Fürsten Procia die Schürfrechte. Leider führte der Baron Kranz ein aufwendiges Leben und geriet bald in Geldnöte. Er starb im Jahr 1797. Sein Sohn vergeudete das ganze Vermögen und den Besitz. Im Jahre 1810 verwüstete ein furchtbarer Wolkenbruch die gesamte Anlage. Baron Kranz war zum Bettler geworden und bestritt seinen Lebensunterhalt durch Kegel aufsetzen und die Wohltätigkeit alter Freunde. Besitznachfolger wurde Dr. Wodlei, ein Rechtanwalt aus Krain.

Ein Gitschtaler Einwohner

Die Hammerwerke

im Gösseringgrabenmit dem Herz am rechten Fleck